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49 Tage in einer Kiste für Freiheit und Selbstbestimmung

  

Chinese demonstriert zur Biennale gegen das „Ein-Kind-Familien-Gesetz“ seines Landes

  
  

Der 28jährige Xing Xin protestiert auf seine ganz eigene Art gegen das mittlerweile 30 Jahre alte Gesetz Chinas laut dem
jede Familie nur ein Kind haben soll.

Familien, die sich nicht an diese „Empfehlung“ halten, erwarten diverse Beschneidungen, die teilweise existenziell sein können.

So werden Kindern dieser Familien kein, wie sonst üblich, kostenloser Kindergarten- und
bis zum 14ten Lebensjahr kostenloser Ausbildungsplatz geboten.

Mit der Ein-Kind-Politik versucht die Regierung der Republik der Überbevölkerung des Landes entgegen zu wirken.

Dabei ist China nicht generell überbevölkert.

Diese Problematik bezieht sich hauptsächlich die Großstädte, die Ballungsräume der Republik.

Doch ist dieser Versuch das Bevölkerungswachstum zu senken extrem umstritten.

Überalterung der Bevölkerung, sowie das heranwachsen einer Generation von Einzelkindern,
die von Eltern und Großeltern oft extrem verwöhnt werden und so über wenig Sozialkompetenz verfügen gehören zu den Folgen.

Der traditionell verankerte Wunsch nach einem Sohn beeinflusst die Gesellschaftsentwicklung unter dieser Politik zusätzlich negativ.
 
Bereits jetzt steht fest, dass ein Fünftel der Männer in späteren Jahren keine Partnerin finden werden.

  
  

Murano - zur Zeit nicht nur ein Schlagwort, das für hochwertige Glaswaren steht,
sondern für den Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung

  
  

Der Künstler Xing Xin gehört zu den Kritiker der Ein-Kind-Politik.

Er gehört selbst zur Generation der Einzelkinder Chinas und wünscht sich nichts sehnlicher als Geschwister.

Um der nächsten Generation die Möglichkeit in einer Gemeinschaft mit Schwestern und Brüdern aufzuwachsen zu bieten,
sperrt sich der junge Mann zur Biennale in eine Kiste, die nun für eineinhalb Monate sein Zuhause sein wird.

Zwei Meter lang und nur 90 Zentimeter hoch ist seine metallene Unterkunft und lagert auf einem Kahn in Murano,
dem weltberühmten Stadtteil Venedigs, in welchem sich die Glasbläser ansiedeln.

Der schwarze Kasten steht symbolisch für die Zwänge und Einengungen der chinesische Familien durch
diese politische Anweisung unterworfen sind.

Wasser und Luft der Blackbox werden ständig kontrolliert.

Tag und Nacht wird Xing Xin von Videokameras bewacht,
um seine Zustand zu kontrollieren und seinen Protest zu dokumentieren.

Die Aufnahmen sind zeitgleich in China zu sehen.

   
  
   

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