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Campanile di San Marco

 

Der Campanile di San Marco ist Wahrzeichen Venedigs. Sein Fundament ruht auf sage und schreibe 100.000 Baumstämmen.

Die Grundsteine wurden bereits 912 gelegt. Zu Füßen des Glockenturms weitet sich die Piazzetta zur Piazza San Marco.

Die Venezianer nennen ihr höchstes Gebäude stolz „Il padron de casa“, der Herr des Hauses.

Schon von Weitem ist er sichtbar.
Er war stets der erste, der die heimkehrenden Seefahrer der Serenissima begrüßte.

So scheint es nur nahe zu liegen, dass der Campanile gleichzeitig Glockenturm, Landmarke und Leuchtturm war.

  

Seine eigentliche Aufgabe war und ist, wie sein Name schon sagt, die Glocken,
le Campane, einer der wohl außergewöhnlichsten Kirchen Europas, der Basilika San Marco, zu beherbergen.

Diese Glocken riefen jedoch nicht nur zu Gottesdiensten.

Jede der fünf hatte eine bestimmte Bedeutung und ertönte jeweils für die gesamte Stadt hörbar.

Mit der Abschaffung der von der jeweiligen Glocke anzukündigenden Angelegenheit, wurden auch die Glocken entfernt.

Hinrichtungen, Senatssitzungen, sowie Versammlungen des Consiglio Maggiore finden in
der Hauptstadt der einstmaligen Republik lange nicht mehr statt.

Heute existiert nur noch eine der Glocken: die Maragona. Sie läutet den Anfang und Ende eines jeden Arbeitstages ein.

Sie ist es auch die am Faschingsdienstag den Karneval verabschiedet.

Der Ausblick vom Campanile, dem höchsten Glockenturm Venedigs, über die Stadt und ihre Lagune,
ist den Preis der Liftfahrt allemal wert.

  

Schon Kaiser Friedrich III. genoss diesen nachdem er 1452 zu Pferd zum Glockenstuhl hinauf ritt, um auf den Dogen herabzusehen.

Er wollte dabei wohl die Verhältnisse klar stellen, nachdem er beim Empfang im Dogenpalast erkannte,
das die Treppen im Innenhof zum Dogen hinaufführten, was er für eine, in seinem Fall gänzlich unangebrachte Symbolik hielt.

Eine perspektivische Kuriosität bietet der traumhafte Ausblick der Glockenstube: Ganz Venedig lässt sich überblicken.

Doch die berühmten Kanäle entrücken, kein einziger ist von den Turm aus sichtbar und Venedig wirkt wie eine ganz normale,
wenn auch besonders schöne Stadt, die auf einigen Küsten nahen Inseln liegt.

Vermutlich weniger genießen konnten fluchende Priester, die anno dazumal in Käfigen außen am Campanile aufgehängt wurden,
um so ihre „teuflisch-verschwefelten“ Gehirne zu lüften.

Über Venedig auf der Spitz des Campanile thront der Erzengel Gabriel als goldene Wetterfahne und wacht so über die Lagune.

  
  
  

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