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Gleich fünfmal Geschenke!

  
  

Na dann: Buon Natale! Und auf nach Italien?

  

Ist nicht nur der Sommer, wie viele sonnenhungrige Deutsche seit Generationen wissen,
in Italien besser als in unserem oft regenreichen Deutschland?

Stellt sich bei näherer Betrachtung vielleicht heraus, dass selbst der Dezember in dem eigentlich für
Sommer-Sonne-Strand-Urlaube prädestinierten Land genussvoller gestaltet ist?

Höchste Zeit für einen Blick auf die italienischen Weihnachtsbräuche. Gibt es wirklich gleich viermal Bescherung?

Nun die Bescherung selbst findet nicht viermal statt, aber kleinere Geschenke gibt es traditionell öfter als in unserer Heimat üblich ist.

  

Der 6. Dezember, der Todestag des Nikolaus von Myra, Mann um den sich verschiedenste Legenden die von seiner Großherzigkeit und der Verteilung seines ererbten Reichtums unter den Bedürftigen berichten drehen,
wird auch in Italien als Gedenktag an diesen heiligen Mann gefeiert.

Die Gebeine des heiligen Nikolaus liegen in der Basilika di San Nicola in Bari,
was zu einer besonders starken Verehrung im süditalienischen Raum führt.

Die Tatsache, dass die Sterblichenüberreste des Bischofs von Myra einst von
Seeleuten aus der eigentlichen Grabstätte geraubt wurden schmälert dies nicht.

Im Land der Zitronenbäume und Berlusconi kommt jedoch kein den Heiligen darstellenden Mann zu den Kindern.

Die Geschenke, die ursprünglich dem Umfang der hierzulande üblichen Gaben entsprachen,
werden den Kindern nachts vor die Zimmertür gelegt.

Diese Art zu schenken erinnert an die Legende in der Nikolaus des nachts Goldklumpen in das Haus dreier armer Schwestern wirft und ihnen so die nötige Mitgift schenkt.

  

Erst zwei Tage später beginnen die eigentlichen Weihnachtsvorbereitungen.

Am Tag der Unbefleckten Empfängnis werden Krippen aufgestellt Bäume geschmückt, Häuser und Wohnungen dekoriert,
Strümpfe für die Geschenke der Hexe Befana aufgehängt, ...

Kurz die Weihnachtszeit beginnt im katholischen Italien am 8. Dezember.

Jetzt beginnt auch die Fastenzeit mit ihrem traditionellen Fleischverbot, die bis zum 24. Dezember andauert.

  

Am 13. Dezember gibt es zum zweiten Mal kleine Geschenke, denn in Italien gedenkt man der heiligen Lucia.

In Venedig ist dies ein ganz besonderer Feiertag, da die Reliquien der Heiligen laut einer Theorie in
der Kirche Sante Geremia e Lucia in einem gläsernen Sarg ruhen.

Die junge Frau stammt aus Syrakus, dem heutigen Siracusa (Sizilien).

Auch die sich um sie rankenden legenden zeugen von selbstloser Barmherzigkeit. Sie soll Jungfräulichkeit gelobt haben und
sich so erfolgreich gegen eine Verlobung aufgelehnt haben.

Ihren Reichtum setzte sie zum Wohl der Armen ein und wurde dann von Ihrem gekränkten Verlobten angeklagt,
worauf sie den Märtyrertod erlitt.

Noch heute wird in Italien an Santa Lucia der Torrone die poveri aus Kichererbsen und Zucker zu einer festen Masse,
als Essen für die Armen, eingekocht.

Laut einer Legende braucht Lucia versteckten Christen Nahrung.

Damit sie möglichst viele Speisen tragen konnte, setzte sie sich einen Lichterkranz auf den Kopf, um den Weg in der Dunkelheit zu finden.
 
Symbolisch für die milden Gaben der Heiligen werden die Kinder mit kleinen Geschenken bedacht.

Diese werden den Kindern auf die Fensterbank gelegt oder in die bereitgestellten Schuhe gesteckt.

Zum Dank stellen die Kinder am Vorabend eine Tasse Milch und ein Stück trockenes Brot für den Esel der Lichterkönigin vor die Tür.

  

Dann am 23. sorgen die Kinder selbst für zusätzliche Geschenke.

Sie verkleiden sich als Hirten und gehen von Haus zu Haus, wo sie Lieder singen und Flöte spielen,
wofür sie Süßigkeiten oder etwas Geld bekommen.

Die Kinder erinnern dabei an die früher meist sehr armen Schäfer, die in der Vorweihnachtszeit auf
die Barmherzigkeit der Menschen hofften und sich durch die Musik einwenig dazu zu verdienten.

Das Von-Haus-zu-Haus-ziehen ähnelt dem Kirdalauf in einigen bayrischen Gemeinden oder
den Süßes-oder-Sauresritual der Kinder in den USA.

Die Süßigkeiten müssen jedoch bis zum nächsten Tag aufgehoben werden.

Der 23. Dezember ist nämlich der wichtigste Fastentag und wird in den meisten Familien in irgend einer Art eingehalten.
 
Selbstverständlich verzichten heute nicht mehr viele gänzlich auf das Essen, aber Alkohol, Fleisch und
eben Süßes sind an diesem Tag für einen Großteil der Italiener tabu.

  

Am 24. wird in vielen Familien dieses Fasten mit einem großen Festmahl gebrochen.

Der Abend wird tradinionell im Rahmen der Großfamilie verbracht. Die Italiener sagen:
„Natale con i tuoi, pasqua con chi vuoi.“ – „Weihnachten mit den Deinen, Ostern mit wem immer du willst.“

Die Kanonenboller vom Castel St. Angelo in Rom werden in Fernsehen und Radio übertragen.

Sie beenden das Fasten offiziell und geben so das Startsignal zum Festschmaus.

Viele Italiener halten sich zu Weihnachten an Fisch.

Fleisch zu essen, scheint eine etwas modernere Variante zu sein.

In manchem Familien wird er Weihnachtsbaum erst an Heilig Abend vor dem Festmahl aufgestellt und geschmückt.

Nach dem Verzehr sämtlicher Speisen, inklusive des Panettone, werden oft kleine Geschenke verlost.

Diese werden entweder mit Nummern versehen oder direkt verpackt in die Schicksalsurne gesteckt,
um sich dann von den einzelnen Familienmitgliedern herausziehen zu lassen.

Gerne werden symbolische Gegenstände für die Urne verpackt.

So können die Geschenke anschließend gedeutet werden und als Vorboten für das kommende Jahr gewertet werden.

Gegenstände, die Glück in der Liebe oder Zeichen, die Kinder oder Ehen voraussagen sind besonders beliebt.

Manchmal werden die Lose der „richtigen“ Person beinahe untergeschoben.

  

Die weihnachtliche Bescherung fällt regional, aber teilweise auch von Familie zu Familie, anders aus.

Traditionell bringt Bambino Gesú, das Jesuskind, die Geschenke.

In den vergangen Jahren hat jedoch der Babbo Natale die Rolle des Geschenkebringers übernommen.

Er entspricht der Figur des amerikanischen Santa Claus – des Weihnachtsmanns.

Die Tradition will, dass die Geschenke erst am 25. Dezember geöffnet werden.

Die Geschenke werden entweder heimlich von Bambino Gesú oder Babbo Natale unter den Baum oder vor die Krippe,
die in Italien, ihrem Geburtsland, eine besonders wichtige Rolle spielt, gelegt oder
vom Weihnachtsmann persönlich an die Kinder überreicht.

Die zweite Art der Bescherung weißt Ähnlichkeiten mit dem Auftritt des Heiligen Nikolaus in Deutschland auf.

Manche Familien halten die Bescherung um Mitternacht ab. Die Wartezeit wird mit Kartenspielen, Tombola und natürlich Essen verkürzt.
 
Nicht selten läuft nebenbei der Fernsehen, der die versammelte Familie mit Weihnachtsshows,
in welchen in regelmäßigen Abständen äußerst leicht bekleidete als Engel oder
Babbo – äh – Mamma Natale verkleidete junge Damen einstudierte Tänze vollführen,
die nicht selten an jene in einschlägigen Etablissements erinnern, berieselt.

Die zweite Variante ist die Bescherung nach dem Besuch der Christmette.

Wer an dieser nicht persönlich teilnimmt, verfolgt oft am Bildschirm die life Übertragung der Heilige Messe des Papstes aus dem Vatikan.
 
Andere Familien beschenken sich, wie auch in den Vereinigten Staaten üblich, am Morgen des 25. Dezembers.

Die Weihnachtsgeschenke fallen zwar in der Regel größer aus als jene des San Nicola oder der Santa Lucia,
halten sich jedoch noch immer in kleinerem Rahmen.

  

Die eigentlichen Geschenke bringt schließlich die Hexe Befana am 6. Januar.

Die Frau reitet in ihren zerlumpten Kleidern und ihren kaputten Schuhen mit einem Sack voll Geschenken, Nüssen,
Obst und Süßigkeiten durch die Nacht des 5. Januars.

Allerdings trägt sie auch Asche und Kohle in ihrem Sack.

Die Bescherung durch die gute alte Hexe kann nämlich auch ins Auge gehen.

Nur die guten Kinder bekommen wirklich die erhofften Gaben.

Die bösen Kinder werden mit einem Stück Kohle und Asche beschert. Vielleicht daher der Ausdruck So eine Bescherung...

Die Legende der Hexe besagt, die Heiligen drei Könige seien auf ihrem Weg zum Jesuskind an
dem Häuschen der Alten vorbeigezogen und die Frau gefragt, ob sie sich nicht aufmachen wolle, um das Kind zu begrüßen.

Andere Erzählungen glauben es seien die Hirten gewesen, welche der Gutherzige Befana von der Geburt Christi berichteten.

Die Hexe wollte sich auch gerne auf den Weg, allerdings soll sie sich nicht schnell genug aufgemacht haben und
so den wegweisenden Stern nicht mehr gefunden haben.

Auch hierfür werden in den Geschichten unterschiedliche Gründe genannt.

Es wird berichtet, sie hätte ihre Webarbeit erst fertig stellen wollen oder
sich zu lange den Kopf über ein wirklich passendes Geschenk zerbrochen.

Einigen männlichen Zeitgenossen gefällt wohl die Begründung, sie habe sich nicht schnell genug zurecht gemacht.

Trotzdem wollte sie den neuen König aller Könige beschenken. So macht sie sich jedes Jahr um die entsprechende Zeit auf.

Da sie aber nicht weiß, in welchem Haus das Jesuskind zu finden ist, besucht sie jedes Kind und beschenkt es angemessen.

Zur Stärkung stellen die Kinder der guten Hexe am Abend zuvor einen Teller mit
einer Mandarine und einer Orange sowie ein Glas Wein bereit.

Die übrig gebliebenen Schalen und das angetrunkene Glas Wein scheinen ihnen am nächsten Morgen neben den Geschenken,
Nüssen, Süßigkeiten und dem Obst oder eben der Kohle als zusätzlicher Beweis, für den kurzen Besuch Alten.

Manche Familien halten es so, dass die Kinder zu den Geschenken auch ein wenig Kohle oder Asche bekommen, zum Zeichen,
dass sie zwar gute Kinder sind, aber hin und wieder doch ein wenig unartig waren.

  

Zwar scheint es zur Weihnachtszeit im südländischen Stiefel öfter Geschenke zu geben als bei uns,
allerdings ist das Fest noch weiter anders als wir Deutschen es kennen.

In Italien werden diese Tage weit weniger besinnlich begangen.

Zwar werden auch hier Privathäuser wie Städte und Straßen mit Lichtern geschmückt,
doch sind die nicht in dem bei uns gewöhnlich verwendetem warmen gelblichen Lichtton gehalten.

Die Lämpchenerstrahlen in allen erdenklichen Farben.

Zusätzliche blicken sie häufig in verschiedensten Rhythmen oder wechseln selbstständig die Farbe.

Selbst die eigentlich den deutschen ähnlich gestalteten Weihnachtskrippen sind oft mit jenen bunten Lichtanlagen versehen.

Auch der Auftritt des Weihnachtsmanns ist laut und bunter als der des Christkinds.

Die bereits erwähnten TV Shows, vermutlich ganz nach dem Geschmack des Ministerpräsidenten,
ergänzen den lautstarken, blinkenden Trubel.

Heimelig ist Weihnachten in einem der Urlaubsdomizile der Deutschen wohl kaum.

Es erinnert viel mehr an Filmszenen amerikanischer Blockbaster, die in der Vorweihnachtszeit ausgestrahlt werden.

An die hierzulande zelebrierte Stille Nacht ist kaum zu denken. Das scheint wohl einfach zu langweilig und ungesellig.

   
  
  

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