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Auf der Lagunen Insel Lazzaretto Nuovo,
die nach dem dort errichteten Krankenhaus benannt wurde,
fand Matteo Borrini in einem mittelalterlichen Massengrab
venezianischer Pestopfer aus
dem Jahr 1578 ein außergewöhnliches Frauenskelett.
In der Mundhöhle des Schädels steckt ein Steinpflock.
Der forensische Archäologe der Università degli Studi di Firenze
erklärt,
dass zur Zeit der Pestepidemien im mittelalterlichen Venedig die
Vorstellung,
der Schwarze Tod würde durch die Bisse von Vampire übertragen
werden,
weit verbreitet war.
Um jenen Biss zu verhindern,
wurde den vermeintlichen Vampiren nach ihrem Tod ein Pfahl in den
Rachen gesteckt.
Dieses Schicksal teilt vermutlich auch die nun entdeckte Frau.
Der damalige Mythos, die Untoten würden sich vom Blut der
Pestleichen ernähren,
könnte von dem Rinnsal Blut herrühren,
das vielen Pestopfern nach ihrem Tod aus dem Mund lief.
Bei späteren Öffnungen von Pestopfergräbern zeigte sich so oftmals
ein recht schauerlicher Anblick von
blutigen Leichentüchern und blutverschmierten Mundwinkeln. |