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Das Arsenal in Venedig

   Arsenal: Wo schon lange vor der Industrialisierung effektiv gearbeitet wurde

 Kaum ein Gebäude in Venedig genießt heute wie damals eine so große Aufmerksamkeit wie das geheimnisumwobene Arsenal in der Serenissima.

Von außen wie eine uneinnehmbare und vor allem beinahe schwer einsehbare Festung bietet das Arsenal jährlich einen spektakulären Rahmen für die Biennale.

Das Arsenal beherbergte die Schiffswerft der einstigen Seemacht Venedig samt Zeughaus und Flottenbasis.

  
  
  

Wie alles begann ...

  

Unter dem Dogen Falier begann 1104 der Bau, das zweifelsohne als der größte Produktionsbetrieb in Europa galt.

Zwei sumpfige Insel des venezianischen Stadtteils Castello bildeten die Basis für eine Schiffswerft, die heute ein Zehntel des historischen Zentrums mit 32 Hektar beansprucht und große Wasserflächen von Venedig.

Das Arsenal benötigte ständige Zubauten und umfasst neben Kalfateranlagen, Schreinereien und einer großen Seilgasse ein Waffendepot.

  
  
  

Effiziente Arbeit

  

Im 14. Jahrhundert arbeiten die Männer im Arsenal, die arsenalotti, so effizient und erfahren, dass der Bau der Galeeren bereits erfolgte, dass Handelsschiffe im Ernstfall zu Kriegsschiffen umgebaut werden konnten.

So war es für die kompetenten Schiffsbauer auch möglich, binnen eines einzigen Arbeitstages ein Schiff zu bauen.

Auch in Venedig war es üblich, die Handwerker in sogenannte arti, in Zünften, zu organisieren.

Mit vielen Privilegien versuchte man ähnlich der Glasbläser ein Abwandern zur Konkurrenz zu vermeiden.

Die arsenalotti waren unkündbar und stellten nicht nur die Feuerwehr von Venedig, sondern sorgten auch für den Schutz des Dogenpalastes, der Münze und dem Arsenal.

Rudern durften ausschließlich die Männer aus dem Arsenal den berühmten Bucintoro, die Staatsgaleere des Dogen, dessen Schiff reich mit Gold verziert war und bei den Ausfahrten den Legenden nach wie Feuer leuchtete.

Zeitweise arbeiteten 16.000 arsenalotti im Arsenal und bauten über 100 Schiffe jährlich.

Bis 1806 gab es zum Arsenal lediglich zwei Zugänge über das Wassertor, das Ingresso all’Acqua, das mit einem Fallgitter gesichert war und den Schiffsverkehr über den bacino zum Mittelmeer regelte, sowie das Portaltor Ingresso di Terra.

Das ähnlich einem Triumphtor gestaltete Tür galt als erstes Beispiel von Renaissancestil in Venedig. Napoleon veranlasste ab 1806 eine Modernisierung, sodass das Arsenal größere Kriegsschiffe bauen konnte.

  
  
  

Das Arsenal heute

  

Heute ist das Arsenal in Venedig nicht nur Schauplatz für die Biennale, sondern bietet dem Istituto di Studi Militari Marittimi, der Führungsakademie der italienischen Marine, und dem Museo storico navale, dem Marinemuseum, einen würdigen Rahmen.

Der Besuch des Museo storico navala ist nicht nur für Liebhaber der Seefahrtgeschichte ein empfehlenswerter Tipp.

Eine wunderschöne Gondelsammlung, die ausgebrannte Staatsgaleere des Dogen von Venedig, zahlreiche Exponate und interessante Informationen über den Seehandel der Serenissima und den Schiffshandel sowie Bau ergänzen das eindrucksvolle Ausstellungsportfolio.

  
  
  
Lageplan

Der Plan von http://www.OpenStreetMap.org
© OpenStreetMap-Mitwirkende

  
  
  

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